Schnittstelle Design und Entwicklung: Kommunikation als entscheidender Faktor

„Designer erstellen das Design für ein Produkt, der Entwickler setzt dieses Design um.“ Doch ist es so einfach? In der Realität kommt es zuweilen zu Missverständnissen, was die Umsetzung von Designvorgaben oder auch die Rolle der Teammitglieder angeht.

Man könnte meinen, dass „gutes Design“ etwas universal Gültiges und Gleiches ist. Doch weit gefehlt. Während die einen die Komplexität einer langen Tabelle mit Scrollbalken zu schätzen wissen und damit als gutes Design betrachten, sind die anderen erschüttert von soviel „designloser“ Excel-Anmutung.

Wie kommen wir also zu einem gemeinsamen Verständnis davon, was ein gutes Programm / eine gute Website ausmacht?

Sprechen wir von derselben Sache …

„A problem well put is half-solved” (John Dewey)

Ein gemeinsames Verständnis davon, wie etwas am Ende aussehen soll, ist wichtig für den Erfolg eines Projektes. Dafür müssen Designer und Entwickler frühzeitig miteinander sprechen und sich austauschen. Um eine gemeinsame Basis zu schaffen, sollten Designer dabei den Entwicklern nicht nur das Design zur Umsetzung vorlegen, sondern Ihnen auch das Konzept als Ganzes erklären. So kann der Entwickler die zu Grunde liegende Designidee erfassen und hat die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen.

Die Vorgaben sollten dabei vom Designer so detailliert und umfassend wie nötig formuliert werden. Der Entwickler muss beispielsweise wissen, wie sich ein Button auch in der mobilen Ansicht grundsätzlich verhält und aussehen soll. Das gibt ihm einen Leitfaden an die Hand und vermeidet Missverständnisse.

 

… in derselben Sprache?

“Design should lead the development and development should inform design. Separating out these two roles or facets of your application can cause bad experiences for users.” (Andrew Chalkley)

Der frühzeitige und regelmäßige Austausch zwischen Entwicklern und Designern hilft auch dabei, eine Anforderung oder ein Problem aus dem Blickwinkel des anderen zu sehen. Es gilt, die verschiedenen Biotope zusammenzuführen, in denen sich die laut Klischee „technisch ahnungslosen Designer“ und die „designmäßig immunen Nerds“ jeweils tummeln.

Wichtig dafür ist eine in Grundsätzen gemeinsame Sprache. Designer, die nicht ausschließlich im Print-Bereich arbeiten, sollten den Sprachgebrauch für fachliche Komponenten kennen. Durch den Austausch zwischen Designer und Entwickler erhält der Designer auch nach und nach ein besseres Verständnis für den Umfang und die Möglichkeiten der technischen Umsetzung. Durch diesen Erfahrungsaustausch kann er die Komplexität der Implementierung des Designs besser einschätzen und es entsprechend so gestalten, dass es technisch aber auch aufwandsseitig angemessen umsetzbar ist. 

Der Entwickler verfügt bestenfalls genauso über ein Basiswissen hinsichtlich der Designprinzipien und beherrscht den grundlegenden fachlichen Sprachgebrauch des Designers. Seine Aufgabe ist es, dem Designer frühzeitig ein Feedback geben, wenn etwas nicht oder nicht auf die gewünschte Weise umgesetzt werden kann. Wichtig für ein harmonisches Miteinander ist es, die Kompetenz des anderen für seinen Fachbereich zu akzeptieren. Im Falle des Entwicklers bedeutet dies, sich an das Design zu halten und Änderungen erst nach Absprache umzusetzen.

Designer und Entwickler sollten bei allem was Sie tun nie den Endanwender aus den Augen verlieren. Sie müssen sich bewusst sein, dass sie selbst nicht die Zielgruppe sind und dies bei der Konzeption des Designs und bei der Entwicklung im Hinterkopf haben.

 

Zusammenfassend stellen wir fest: Designer und Entwickler sind Teammitglieder mit unterschiedlichen Kompetenzen und Sichtweisen. Nur wenn sie reibungslos zusammenarbeiten kann daraus ein herausragendes Produkt entstehen. Eine gute Kommunikation, ein Grundwissen über die Fähigkeiten, Möglichkeiten und Grenzen des jeweilig anderen Arbeitsbereiches und der Anwender im Fokus schaffen dafür die Voraussetzung.

UI UX Design
Kontakt-Icon