Lean UX – die (R)evolution nutzerzentrierter Softwaregestaltung

Der stetige Wandel unserer digitalen Welt erfordert vor allen Dingen eines – Flexibilität. Durch den sich permanent verändernden Markt werden die Anforderungen an unsere Softwarelösungen immer komplexer. Stärker als zuvor steht der Benutzer im Mittelpunkt und die Zeiten, in denen Software lediglich ihren Zweck erfüllen sollte, sind längst gezählt. Um sowohl ein nützliches als auch ein anwendbares Produkt für die Zielgruppe zu entwickeln, sind agile Methoden für Unternehmen wie die BREDEX unerlässlich. Einige dieser Prozesse, die wir Tag für Tag in unseren Projekten umsetzen, sind die Basis für Lean UX.

Think, Make, Check

Lean UX vereint Start-Up Mentalität mit agiler Entwicklungsmethodik und schafft neue Denkansätze, die sowohl die Usability (Benutzbarkeit) als auch die User Experience eines Produkts immens verbessern. Im Vordergrund stehen interdisziplinäre Zusammenarbeit und experimentelles Lernen. Hierbei führen drei ineinandergreifende Bereiche nutzerzentrierter Entwicklung zu einer erfolgreichen Lean UX: Lean Startup, Scrum und Design Thinking.

Lean Startup

Nach der Lean Startup Methode ist alles zunächst eine Hypothese und muss überprüft werden. Das gesamte Team lernt durch Experimente mit Benutzern aus dem vorliegenden Nutzungskontext, statt im voraus eingehende Benutzeruntersuchungen durchzuführen. Hierbei leitet Lean UX die zu überprüfenden Hypothesen z.B. aus Interviews mit Interessenvertretern ab. Diese werden dann in nachfolgenden kontextuellen Interviews oder Usability Testsitzungen hinterfragt. Positive Resultate sind hierbei ebenso legitim wie negative, denn beide möglichen Ergebnisse sind die Grundlage experimentellen Lernens.

Aus der Praxis wissen wir, dass so mancher Aha-Effekt oder neuer Ideenimpuls entsteht, wenn als richtig erachtete Hypothesen zugunsten neu gewonnener Erkenntnisse fallen müssen. Der hierdurch entstehende iterative Prozess bewirkt, dass wir den Markt und die Bedürfnisse des Benutzers besser kennenlernen und das Produkt daran anpassen können.

Scrum

Mithilfe von Scrum werden in interdisziplinären Teams in sogenannten Sprints kleine Arbeitspakete umgesetzt und immer wieder schnellen Usability Tests unterzogen, deren Ergebnis wiederum in den nächsten Sprint miteinfließt. Dieses iterative Vorgehen liefert schlanke, schnell entwickelte Produktversionen, die zwar noch unvollständig sein können, aber wichtiges Nutzerfeedback zum Verhalten und der Usability einholen. Das Ziel hierbei ist es etwas zu schaffen, das sich positiv auf das Nutzerverhalten auswirkt und nicht einfach ein Feature zu implementieren.

Design Thinking

Der dritte Bereich von Lean UX betrifft das Design Thinking, eine lösungsorientierte Denkweise, die das ganzheitliche Verstehen in den Vordergrund stellt. Hierbei wird, nach eingehender Analyse, der kreativen Lösungsfindung freien Lauf gelassen und diese schließlich unter rationalen Aspekten an den Problemkontext angepasst.

Fazit

Lean UX ist aufgrund des Wandels unserer digitalen Welt eine logische Konsequenz und revolutionäre Methodensammlung, die uns bzw. die von uns entwickelte Software näher an den Kunden bringt und die Usability eines Produkts erheblich steigert.

Die Umsetzung der entsprechenden Praktiken, Prinzipien und Werte ist für viele Projektteams zunächst sehr ungewohnt. Doch durch das schnelle Testen und die enge Einbeziehung des Kunden entstehen auf beiden Seiten nicht zu unterschätzende Chancen. Die Keyuser der Software, die mit dem gelieferten Produkt täglich arbeiten, haben am Ende ein Produkt, dass genau auf sie zugeschnitten ist und ihre Wünsche mit aufgreift. Auf der anderen Seite wird das Risiko minimiert, zu lange falsche Wege zu gehen und damit zu viel Zeit bzw. Kosten zu investieren, die gar nicht erforderlich gewesen wären.

Wir können unserer Erfahrung nach nur Positives über das Arbeiten nach Lean UX berichten und sehen in den agilen Methoden einen wesentlicher Grundpfeiler der Zukunft von Softwaregestaltung.

 

Kontakt-Icon