Wozu ein API und was hat es mit dem Geschäftsmodell zu tun?

16.11.2017
Von: Björn Ebner

Als Softwareentwickler gehört Opens external link in new windowW-JAX inzwischen zu meinen Pflichtveranstaltungen. Dieses Jahr habe ich dort einen aufschlussreichen Talk von Opens external link in new windowCarsten Sensler gehört, von dem ich einen einleitenden Aspekt vorstellen möchte. Im Kern ging es um die Frage „Wozu brauche ich ein Application Programming Interface (API) und was hat mein Business Modell damit zu tun?“. Zunächst unterscheide ich zwischen zwei grundlegenden Businessmodellen: Das Pipe-basierte und das Plattform-basierte Modell.

Beim Pipe-basierten Modell handelt es sich um ein traditionelles Business: Von der Produktion bis hin zum Verkauf liegt die gesamte Wertschöpfungskette in der Hand des Businessbetreibers. Beispielhaft hierfür wäre ein Bauer, welcher von der Saat bis hin zum Verkauf den Betrieb steuert.

Das Plattform-basierte Modell hingegen kann, um bei der vorherigen Analogie zu bleiben, mit einem Marktplatz verglichen werden: Der Betreiber des Marktplatzes bietet selbst keine Ware an, sondern stellt den Betreibern der Stände eine Plattform zur Verfügung, auf der sie ihre Waren anbieten können, und verlangt im Gegenzug eine Standgebühr. Eine Besonderheit des Plattform-basierten Modells ist, dass Teilnehmer des Marktes, sowohl die Rolle des Produzenten, als auch des Konsumenten einnehmen können: Die Grenze ist hier fließend. Prominente Beispiele für Marktplätze sind die App-Stores von Google und Apple.

Der aufmerksame Leser wird sich fragen: Wie schlage ich nun die Brücke zum Thema API? Beide vorgestellten Businessmodelle können wir außerdem anhand ihrer Kundeneinsicht einordnen und somit mögliche Motivation für das Bereitstellen eines API unterscheiden:

Ist meine Kundeneinsicht niedrig und befinde ich mich in einem Pipe-basierten Business wie ein klassischer Produzent (Supplier Business), so könnte ein API mir helfen, auch bei komplexen Geschäftsabläufen die Integrität meiner Infrastruktur zu gewährleisten. Pflege ich hingegen tiefe, möglicherweise sogar verschiedene Beziehungen zu meinem Kunden, indem ich beispielsweise verschiedene Märkte bediene (Omni-Channel Business), so kann mir ein API helfen, diese zu integrieren („Alles-aus-einer-Hand-Prinzip“). Dieses Modell ähnelt einer serviceorientierten Architektur.

Befinde ich mich in einem Plattform-basierten Business und konzentriere mich auf einen einzelnen Aspekt der Wertschöpfungskette, so ist meine Kundeneinsicht üblicherweise niedrig. Eines der bekanntesten Beispiele für diese Kategorie ist der Finanzdienstleister PayPal. Für solche Unternehmen (Modular Producer) ist das Bereitstellen eines API Kernbestandteil des Businessmodells. Der Betrieb von PayPal wäre ohne API gar nicht denkbar. Fokussiere ich mich hingegen auf das Integrieren von APIs, bin ich möglicherweise eher in der Rolle eines Eco-System Drivers. Die „Global Player“ dieser Branche sind üblicherweise diejenigen, welche Standards für das Bereitstellen und das Integrieren von APIs definieren.

Um die Eingangsfrage „Wozu brauche ich ein API?“ zu beantworten, sollte ich also zuerst versuchen, mich selbst auf dieser einfachen 2x2 Matrix einzuordnen. Für die weitere Entwicklung eines Plattform-basierten Business ist eine „API-First“ Herangehensweise üblicherweise sinnvoll.

Sollten Sie weitere Fragen zum Thema API-basierte Businessmodelle haben, sprechen Sie uns gerne an.


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